Haarausfall und Selbstbewusstsein
Das Bild des modernen Menschen ist ein Bild mit Haaren auf dem Kopf. Werbung für Shampoo, Styling- und Pflegeprodukte suggerieren, dass der Mensch mit Haarausfall nicht im Sichtfeld auftauchen dürfte - es sei denn, er ist auch am Kopf glatt rasiert. So mancher Mann sucht mit dieser Komplettrasur den Witzen über seine fehlende Haarpracht zu entgehen. Wer sich aber einen solchen Kahlschlag nicht leisten kann oder möchte, der war bis vor einigen Jahren darauf angewiesen, entweder den verschiedensten - und meist unwirksamen - Mittelchen hinterher zu laufen, die ein erneutes Sprießen schon verloren geglaubter Kopfbedeckung versprachen, oder mit seiner Frisur zu leben. Besonders schlimm traf dies häufig Frauen, bei denen Haarausfall zwar seltener als bei Männern aber doch immer noch vorkommt. Als dann auffiel, dass der Einsatz eines bestimmten Blutdruckmittels (Minoxidil) zu verstärktem Haarwuchs führte, war der Weg von der innerlichen Behandlung gegen Blutdruckschwankungen zur äußerlichen Behandlung gegen Haarausfall nicht mehr weit. Heute ist das Medikament unter dem Namen Regaine bekannt, was soviel wie Zurück- oder Wiedergewinnen heißt. Es gibt hier unterschiedlich starke Dosierungen für Frauen und Männer, weil sich in der Praxis herausgestellt hat, dass eine höhere Dosierung von Minoxidil bei Frauen keinen sichtbaren Erfolg, dafür aber mehr Nebenwirkungen birgt. Es wird versprochen, dass bei der Anwendung von Regaine über einige Monate hinweg eine deutliche Verminderung des Haarausfalls sowie der Wuchs neuer Haare zu verzeichnen sei. Nach sechs Monaten lässt sich eine erste Abschätzung wagen, wie hoch der Effekt sein kann. Allerdings muss das nicht rezeptpflichtige Medikament aus der Apotheke dauerhaft angewendet werden, um die neu entstandene Haarpracht zu bewahren.
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