Die genetische Ausstattung einer Art ist ausschlaggebend für ihre Anpassungsfähigkeit an die Umwelt. Inzucht unter in Familienverbänden lebenden Tieren begrenzt die genetische Vielfalt ihrer Nachkommen.
Um Inzucht zu vermeiden, müssen Tiere ihre nächsten Verwandten erkennen oder andere Methoden ersinnen. Die Mutter ist leicht zu erkennen, vor allem bei Arten wie Schimpansen und Pavianen, bei denen sie sich sehr lange um die Jungen kümmert. Bei anderen nahen Verwandten ist es wesentlich schwerer. Paarungsbereite Schimpansenweibchen lösen dieses Problem häufig, indem sie in eine andere Gruppe überwechseln, bis sie nicht mehr empfängnisbereit sind. Mäuse verlassen sich beim Erkennen ihrer Verwandten, auch von Geschwistern und Halbgeschwistern, auf ihren Geruchssinn. In Ausnahmefällen scheint der Fortpflanzungsdrang jedoch so stark zu sein, dass Tiere es vorziehen, sich lieber mit Verwandten als überhaupt nicht zu paaren. Gibbonmännchen, die Schwierigkeitenbei der Suche nach einem paarungsbereiten Weibchen und der Gründung eines Reviers haben, paaren sich oft mit der Mutter.
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